Dienstag, 31. Januar 2017

Am 8.Februar um 16 Uhr ist es wieder soweit: "Anders sind wir alle"



Regine Steffens liest aus Ihrem Roman „Doppelbilder“ in der Reihe „Anders sind wir alle“, die in Kooperation mit dem Kulturverein „Pelikan e.V.“ an eine Schreibwerkstatt im AWO-Fachkrankenhaus in Jerichow anknüpft, in der Lebensgeschichten, Krisen und Grenzerfahrungen zur Sprache kamen.

Eindrucksvoll schildert die Autorin, wie sie ihren jüngsten Sohn, der unheilbar erkrankte, begleitete. Hilflos und hoffend kämpft sie mit ihm gegen den Tumor und verliert. Sie fühlt sich allein, obwohl ihr Mann und der ältere Sohn helfen, den Schwerkranken zu versorgen.
Schuldgefühle und Selbstzweifel quälen. Ihre eigenen Wunden brechen auf, zwingen zur Auseinandersetzung mit IHM, der Überfigur in ihrem Leben. ER zerstörte schon früh ihr Selbstvertrauen und die Lebensfreude. Die Familie braucht sie, aber sie findet nicht aus ihrer Verzweiflung. Sie sucht therapeutische Hilfe.


    wo? Zentralbibliothek

        Breiter Weg 109
        39104 Magdeburg

Samstag, 3. Dezember 2016

Ein Gedicht für meinen Schatz

ohne wiederkehr

will vergessen was gewesen
mit dir pflücken
die dolden des lichtes vom wacholder

so friedlich, der zarte frühling in dir
dein duft, dein haar,
das flimmern deiner lippen

wir träumen einander zu
für die dauer der stunde

lange so unendlich lange





Freitag, 18. November 2016

LESELAND: zu Gast: Christina Seidel

Leseland - Das Literaturmagazin des Friedrich-Bödecker-Kreises

regelmäßig zu sehen im OK-Magdeburg

heute zu Gast: Christina Seidel


Samstag, 5. November 2016

Mossul: Kinder zwischen den Fronten




ein sicherer Ort, genug zu essen, Platz zum unbeschwerten Spielen: 
Für die Kinder in Mossul ist all das in weiter Ferne. Die gefährliche Rückeroberung der Stadt geht weiter und niemand kann sagen, wie lange die Kämpfe noch dauern werden. Viele Familien versuchen, vor der Gewalt und der Unsicherheit zu fliehen und zumindest ihr Leben zu retten.

UNICEF bereitet weitere Hilfe für die Flüchtlinge vor. In der Stadt Al Houd südlich von Mossul haben wir Trinkwasser verteilt, nachdem die Region wieder unter Kontrolle der irakischen Sicherheitskräfte steht. Rund 3.000 Kinder und ihre Familien zwischen den Frontlinien haben so erstmals Unterstützung erhalten.
„Dies mag nur wie ein kleiner Fortschritt aussehen, aber er bedeutet echte Erleichterung für Kinder und ihre Familien, die schon so lange gelitten haben“, sagt Peter Hawkins, Leiter von UNICEF Irak.

Die Mädchen und Jungen im Irak brauchen jetzt weiter dringend unsere Hilfe, sie sehnen sich nach Sicherheit. Bitte helft den Kindern aus Mossul jetzt und spendet! Vielen Dank.

Montag, 31. Oktober 2016

Ein Tag wie jeder andere?

Heute ist der 31.Oktober 2016, was für ein Tag ist das für mich?

Es ist der letzte Tag im Oktober, das Ende des herrlich bunten Herbstes wird eingeläutet. Es kehrt Ruhe in den Alltag ein, ich kann mich von den vergangenen Strapazen erholen, beginne ganz langsam das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, bereite mich auf die friedliche Vorweihnachtszeit vor.

Dabei will gar keine so friedvolle Stimmung aufkommen. In der Welt geschieht im Moment so viel Unheil und Tod von Menschenhand durch Kriege, Hass und Machtkämpfe. Es stimmt mich traurig und macht mir zugleich Angst. Dieses Geschehen ist nicht irgendwo, weit weg in der Welt. Nein es ist längst in unseren Alltag eingezogen, betrifft und berührt unmittelbar unser eigenes, mein eigenes Leben. Dabei ist es nicht nur der Terror der IS-Kämpfer, der mein Leben als Europäer bedroht. Die sogenannten „Großmächte“ führen im Nahen Osten Stellvertreterkriege, die sich furchtbar schnell zum nächsten Weltkrieg ausweiten können. Wo ich hinsehe, entdecke ich Hass und Machtkämpfe. Da ist der Wahlkampf von Hillary Clinton und Donald Trump. Ich bin beunruhigt, wenn ich mir vorstelle, dass Donald Trump am 8.November zum nächsten Präsidenten der USA gewählt wird. Gleichwohl ist dies eine demokratische Entscheidung des amerikanischen Volkes, die ich respektieren und achten werde, keine Frage. In Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Unruhe in der Parteienlandschaft, keiner will mehr mit dem anderen. Unruhe zwischen Arm und Reich weil der Abstand immer größer wird und das Volk vergessen wird. Nicht einmal die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern reichen noch zum Leben, teilweise reicht nicht einmal mehr Arbeit zum Leben. Und die Reichen behaupten, wir müssten nur wollen. So ein Quatsch. Und damit diesen Humbug nicht alle bemerken, befeuern wir auch noch die unterschiedlichsten Gruppen. Es werden Deutsche gegen Ausländer aufgehetzt, Alte gegen Junge, Gesunde gegen psychisch Kranke, Rechte gegen Linke, heterosexuell lebende Familienverbände gegen Schwule und Lesben. Unser alltägliches Leben wird immer mehr von Ausgrenzung bestimmt. Schon einmal errungene Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber andersdenkenden Menschen scheint wieder verloren zu gehen.

Doch ich gebe nicht auf, trage Hoffnung in mir und glaube an eine friedliche Welt. Glaube und Hoffnung? Heute finden auch die Reformationsfeiern statt. Das Thema der Gottesdienste zum Reformationstag ist weniger das Gedächtnis des Thesenanschlags, als die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben, die für Luther Auslöser und Kern der Reformationsbewegung war. Und so wird in den heutigen Gottesdiensten aus den Episteln des Evangelium gelesen:

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. 
Evangelium Mt 5,2–10

Ich bin davon überzeugt, dass jetzt an dieser Stelle auch alle meine nicht an Gott glaubenden Freunde über diesen Satz nachdenken und jeder für sich selbst seinen Schluss daraus zieht. Und in diesem Sinne möchte ich mit Euch allen gemeinsam hoffnungsvoll in eine spannende Zukunft schauen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Ich bin zutiefst erschüttert

Die ARD wagte gestern Abend ein Experiment. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit telefonisch abzustimmen, ob Major Lars Koch des 164-fachen Mordes schuldig oder nicht schuldig ist. Der Rottenführer der Luftwaffe hatte eine Passagiermaschine der Lufthansa gezielt abgeschossen, weil die Maschine von einem Terroristen entführt wurde und auf ein mit 70.000 Menschen voll besetztes Stadion zusteuerte.

Von den Fernsehzuschauern, die an der Abstimmung teilnahmen, meinten 86,9 Prozent, dass Major Koch richtig gehandelt habe und freizusprechen wäre.

Ich saß gestern Abend wie gelähmt vor dem Fernsehgerät und starrte diese Zahl fassungslos an. Und ich habe lange überlegt, ob ich mich hier an dieser Stelle dazu äußere oder nicht. Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich, meine Meinung öffentlich zu machen und damit alle wachzurütteln, noch einmal über ihre gestrige Entscheidung nachzudenken.

Bei solch schwierigen Lebensfragen ist es nur allzu menschlich, sich im Laufe des Diskussionsprozesses um zu entscheiden. Auch ich stand zu Beginn des Filmes auf dem Standpunkt, völlig unstrittig, Major Koch muss freigesprochen werden.

Und wieso bin ich jetzt so erschüttert, dass am Ende 86,9 Prozent der Menschen dies genauso gesehen haben? Ich bin deswegen so erschüttert, weil ich glaube, dass sich von diesen Menschen die meisten nicht wirklich tiefgründig mit den Folgen beschäftigt haben, wenn diese Entscheidung in der Realität getroffen worden wäre.

Auch wenn ich mich beruflich viele Jahre mit Rechtsfragen beschäftigt habe, möchte ich erst nachrangig auf den Aspekt des Staatsrechts eingehen.

Doch zunächst frage ich Euch, was hat Major Koch in dieser Spielfilmhandlung de facto gemacht? Ohne irgendwelche Schnörkel, er hat eine besetzte Passagiermaschine abgeschossen und damit bewusst den Tod aller Insassen in Kauf genommen. Es ist sogar noch dramatischer, er hat sich vorher bestätigen lassen, dass wirklich kein Befehl zum Abschuss gegeben wurde oder wird. Er hat also Menschen auf eigene Verantwortung getötet.

Ich frage mich hier ernsthaft, merkt denn keiner, dass dies eine zutiefst unmenschliche Entscheidung ist? Niemand auf dieser Welt hat das Recht, einem anderen Menschen, aus welchem Grund auch immer, bewusst zu töten, ihm absichtlich das Leben zu nehmen. Das ist ein Schutzmechanismus, der uns Menschen von Anbeginn an immanent ist. Und gerade wir Deutschen rühmen uns in der heutigen Zeit, dass wir dem abendländischen Kulturkreis angehören, dass wir christlichen Glaubens sind? Es widerspricht sich der Art heftig, auf der einen Seite beteuern wir unseren christlichen Glauben an Gott und auf der anderen Seite verstoßen wir gegen die christlichen Gebote und töten Menschen. Menschen, die das Abbild Gottes sein sollen? Damit würden wir letztendlich auch Gott, unseren Glauben an ihn vernichten. Das passt nicht zu einander. Wer tötet macht sich in diesem Sinne schuldig. Major Koch kann im Sinne unseres Glaubens, unserer Kultur nur schuldig gesprochen werden.

Nun zum Grundgesetz. Artikel 1 schützt die Würde des Menschen als unantastbar. Sie ist das oberste Grundrecht eines jeden Einzelnen. Nach Artikel 2 habe ich sogar das Recht auf Leben. Dieses Recht darf nur eingeschränkt werden, wenn dies ein Gesetz vorsieht. Kein einziges Gesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht die Tötung von Menschen vor. Kann es auch gar nicht vorsehen, weil es dann gegen Artikel 1 GG verstoßen würde. Und dieser Artikel unterliegt auch der Ewigkeitsklausel. Es ist richtig, manche behaupten, dass die Verfassung doch nicht für ewig in Stein gemeißelt sein darf. Ja, einzelne Artikel können geändert werden, doch niemals der Artikel 1! Die Würde des Menschen ist auf ewig unantastbar. Die Väter des GG haben sich dabei etwas gedacht. Das darf und kann man nicht einfach wegwischen. Und im Übrigen spiegelt diese Regelung im Artikel 1 genau all das wieder, was ich zuvor im Zusammenhang mit unserem Glauben sagte.

Ich frage mich hier nun wieder, wie kann sich die Meinung des Volkes so breit ausbilden, dass das Grundgesetz nicht mehr zeitgemäß sei, dass wir es ändern sollten usw.? Für mich gibt es da nur eine Erklärung. Ich muss leider beobachten, dass seit der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands immer mehr Politiker und Regierungsmitglieder immer ausgeprägter versuchen, das GG so auszulegen, dass es ihren Interessen und denen der Wirtschaft entspricht. In Manier einer Pippi Langstrumpf biegen sie sich das Grundgesetz und ihre Welt so, wie sie ihnen gefällt. Sie sind aber die Vorbilder der breiten Volksmasse! Es wundert mich nicht, wenn dann auch das Volk sich die Gesetze so hinbiegen will, wie es ihnen gefällt.

In zunehmenden Maß verkommt das Grundgesetz zu einer Farce, wird als wertlos betrachtet. Die Staatsanwältin wies in ihrem Plädoye hin.


Ein Zuschauer in der nachfolgenden Sendung „Hart aber fair“ brachte dann den ganzen Irrglauben auf den Punkt. Ich halte ihm zu Gute, dass er es nicht wirklich besser wusste. Er fragte nach, ob er es richtig sehe, dass unser Grundgesetz unseren deutschen Staat schützen soll.

Bitte ganz langsam sacken lassen und den Satz noch einmal lesen.

Nein, da hast Du wohl etwas nicht ganz verstanden. Das Grundgesetz soll uns Menschen vor staatlicher Willkür, vor staatlicher Gewalt, vor Demütigung und ja, auch vor dem Tod durch den Staat schützen. Nicht umgedreht! Aber manchmal gewinne ich den Eindruck, dass dies auch unsere Regierungsmitglieder wohl gelegentlich verdrehen. Und immer wenn es das Volk bemerkt und dagegen demonstriert, dann heißt es sogar von führenden Repräsentanten dieses Staates, wir, das Volk, wären doch zu dumm, das zu verstehen. Nein wir verstehen sehr wohl.

Im Ergebnis dieser ganzen Diskussion frage ich mich natürlich, was hat eigentlich die Bundeswehr in den Kampfgebieten dieser Welt zu suchen? Viele Jahre wurde es unterbunden, davon zu sprechen, dass die Bundeswehr im Kriegseinsatz wäre. Heute ist das schon keine Frage mehr. Ja, wir befinden uns offiziell im Krieg. Ich kehre zum Anfang meiner Geschichte zurück. Aber in jedem Krieg wird bewusst und absichtlich getötet. Und genau dazu hat kein einziger (Deutscher) das Recht. Wir machen uns hier alle schuldig.

Und genau das war auch Inhalt der im Film zitierten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes. Der Senat hat nicht über eine einzelne strafrechtliche Relevanz entschieden, sondern über die Frage, ob der Staat zum Schutz anderen Lebens töten lassen darf. Die Antwort lautet eindeutig:   NEIN , SCHULDIG